1.10 Der Kindergarten ´Maria de la Paz` heute

Unser kommunaler Kindergarten ´Maria de la Paz` befindet sich im Herzen des Hopfenmarktes Au i. d. Hallertau, am sogeannten Klosterberg. Die kleine, grüne Oase, mit ihrem großen eingewachsenen Garten weckt viele Erinnerungen in der Bevölkerung des Marktes an vergangene Kindertage. Träger unserer Einrichtung ist die Marktgemeinde Au in der Hallertau. Wir betreuuen Kinder im Alter von 2,75 bis sechs Jahren in drei altersgemischten und einer altershomogenen Gruppe von jeweils 25 Kindern, sowie einer Integrativgruppe mit derzeit 20 Kindern.

Die Gruppen werden von jeweils zwei ausgebildeten Fachkräften betreut. In jeder Gruppe arbeiten eine Erzieherin und eine Kinderpflegerin. Die Integrativgruppe wird von einer Heilpädagogin und zwei Kinderpflegerinnen, die altershomogene Gruppe von einer zweiten Kinderpflegerin unterstützt. Unser Kindergarten bietet für 142 Kinder Platz. Geöffnet ist der Kindergarten von Montag bis Freitet von 7:00 Uhr bis 17:00 Uhr, insgesamt 220 Tage im Jahr.

Jede Gruppe verfügt über einen eigenen Gruppenraum. Da wir immer ab Oktober eine offene Freispielzeit praktizieren, können die Kinder ihre Freunde in den anderen Gruppen während dieser Zeit besuchen.

Für Aktivitäten mit Kleingruppen stehen Ausweichräume, so genannte Intensivräume, zur Verfügung. Zum Beispiel ´arbeiten`  die Vorschulkinder , oder unsere Kleinen machen beispielsweise ihre ersten Versuche im Umgang mit Wasserfarben.

Die sonstigen Räume müssen sich die fünf Gruppen im Haus teilen. Der Turnsaal lädt noch zum Feiern oder Tanzen ein und ist zentraler Treffpunkt für Eltern und Gäste unseres Hauses. Für Leitung und Team sthen noch ein Büro und eine Personalküche zur Verfügung. Letztere dienst zugleich als Aufenthaltsraum.

Ganz besonders wichtig ist für unsere Kinder der wunderschöne Garten, um den wir oft beneidet werden. Großzügig angelegt und mit vielen alten Bäumen und Sträuchern bewachsen, bietet er ideale Spielmöglichkeiten. Neben zahlreichen Spielgeräten zum Klettern, Balancieren, Rutschen, Schaukeln, usw. haben wir einen großen Sandkasten, sowie eine gepflasterte Fläche zum Befahren mit Geräten aus dem ´Kindergarten-Fuhrpark`. Außerdem lädt ein großer Berg im Winter zum Schlittenfahren und im Sommer zur Naturerkundung ein. Eine große Wiese und das ´Haus der kleinen Strolche` lassen der Fantasie freien Lauf.


                     Wer möchte da nicht Einzug halten?                  

                                   garten_2 

garten_1

4.2.5 Starke Kinder

 

Kognitive Kompetenz

Jedes Kind gibt es nur einmal. Nicht nur wegen seines Körperbaues und Aussehens, sondern auch wegen seiner Persönlichkeitsmerkmale. Das eine Kind ist manchmal tollkühn und sorglos, das andere eher unsicher und ängstlich. Ein drittes ist sehr neugierig und außerordentlich selbständig, ein viertes reagiert sehr gefühlsbetont auf fremde Situationen und ist sehr aufmerksam, wenn es Aufgaben löst.

Auch Verschiedenartigkeiten im Denken und Lernen, in Gedächtnisleistungen und beim Sprechen und hinsichtlich der Intelligenz machen Unterscheidungen möglich. Je mehr ein Kind gesehen und gehört hat, desto mehr will es sehen und hören. Die Neugier ist eine ganz bedeutende Voraussetzung für menschliches Lernen.

Nach Jean Piaget ist Denken nur dann möglich, wenn der Mensch fähig ist, sich Dinge, Situationen und Handlungen geistig vorzustellen. Denken ein Kinderspiel? Im Spiel lernen Kinder spielerisch den Umgang mit Sprache, Zahlen, Farben und Formen. Learning by doing:

Im Spiel begreift das Kind durch greifen, ausprobieren, erfinden, zählen, Muster legen, hinzufügen, wegnehmen, unterscheiden, vergleichen und vor allem durch das Benennen, das Sprechen.

Denkentwicklung und Sprachentwicklung sind eng miteinander verknüpft. Die Sprache ist das Werkzeug, mit dessen Hilfe man Gedanken mitteilen kann. Umgekehrt heißt das, dass Gedanken, ausgesprochen oder unausgesprochen, über Sprache formuliert werden.

 

Zur kognitiven Kompetenz gehören:

  • Beobachtungsfähigkeit Kognitiv
  • Konzentrationsfähigkeit
  • Merkfähigkeit
  • Kombinationsfähigkeit
  • Phantasie und Kreativität
  • Erkennen von Zusammenhängen

 

Kognitive Förderung durch:

  • Farbspiele
  • Formauffassungsspiele
  • Sprachspiele
  • Geschicklichkeitsspiele
  • Vorschulprogramme
  • Verkehrserziehung
  • Natur- und Sachbegegnungen
  • Experimente
  • Zahlen- und Mengenspiele
  • Konstruktionsspiele
  • Lern- und Gedächtnisspiele 

4.2.5 Starke Kinder

 

Gesundheit 

Kindern soll vermittelt werden, auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung und ausreichend Ruhe und Stille zu achten. Sei sollen Hygiene- und Körperpflegemaßnahmen einüben sowie sich Verhaltensweisen zur Verhütung von Krankheiten aneignen, unbelastet mit ihrer Sexualität umgehen und sich mit Gefahren im Alltag, insbesondere im Straßenverkehr, verständig auseinanderzusetzen. Richtiges Verhalten bei Bränden und Unfällen ist mit ihnen zu üben.


Der Gesundheitserziehung kommt die Aufgabe zu, die Kinder zur Selbstverantwortung zu befähigen und ihnen damit zu Wohlbefinden und Selbstachtung zu verhelfen. Im Einzelnen bedeutet dies, dass die Erzieherin, wann immer es möglich ist, mit den Kindern gemeinsam das Essen einnimmt. Kochen, Backen, Geschirr spülen, Tischdienst machen, Spielmaterial reinigen macht den Kindern Spaß. Hier braucht es keiner großartigen Motivation. Sich handelnd und hantierend in die Tätigkeit der Erwachsenen einbringen ist der größte Wunsch der Kinder, da erfahren wir nur ganz selten Ablehnung.

Die Gesundheitserziehung liegt uns besonders am Herzen. Alles was der Gesunderhaltung dient wird besprochen oder in Aktivitäten in den verschiedenen Bereichen Kochen, Bewegen, Hygiene usw. deutlich gemacht. Zu dem Projekt gehört auch eine Zahnprophylaxe, Informationen über Sachbücher, Lieder, Erstellen von Collagen und anderes mehr. Wenn man Kindern schon bewusst macht, dass man auf seine Gesundheit Einfluss nehmen kann, leistet man einen Beitrag, der die Lebensqualität der Kinder steigern kann.

Der § 13 verpflichtet außerdem die Erzieher, bei den Kindern die Entwicklung einer Grundhaltung zu fördern, die ihrem körperlichen, seelischen, geistigen und sozialen Wohlbefinden dienlich ist. Alles was die Gesunderhaltung unterstützt wird besprochen oder in Aktivitäten in den verschiedenen Bereichen verdeutlicht. Zur Verhütung von Krankheiten wird das pädagogische Personal sich mit den Kindern bei jedem Wetter im Freien aufhalten und auf eine angemessene Kleidung achten. Gesundheitserziehung setzt sich fort in der Aufgabe, bei Kindern ein Gefühl für den eigenen Körper zu entwickeln, dazu gehört auch die Geschlechtsidentität.

Die ebenfalls in der Vorschrift geforderte Gefahrenprävention stellt eine Grundaufgabe jeder Einrichtung dar. Hierbei wird die Erzieherin situationsorientiert die Kinder auf aktuelle Risiken und Gefahren hinweisen.

 

4.2.5 Starke Kinder

 

Lebenspraktische Kompetenz

Bereits Maria Montessori baute ihre Lehren auf dem Grundsatz: „Hilf mir, es selbst zu tun“, auf. Jedes Kind hat das Bestreben groß zu werden und sich in der Welt zurecht zu finden. Dazu benötigt es viele Fertigkeiten, die es im Laufe der Zeit erwirbt. Sehr deutlich zeigt sich dies im lebenspraktischen Bereich. Hier strebt das Kind immer mehr seine eigene Unabhängigkeit an.

 

 Montessori unterscheidet dabei 3 Ziele: 
  1. Sorge für die eigene Person (Selbständigkeit)
  2. Sorge für die Umgebung (Auseinandersetzung mit der Umwelt) 
  3. Sorge für die Gemeinschaft (Auseinandersetzung mit der Gesellschaft)

 

Je jünger das Kind ist, umso eher wird die Lernbereitschaft einen egozentrischen Charakter besitzen. Ich tue etwas für mich selbst, ohne einen bestimmten Zweck zu verfolgen. Durch Nachahmung wird es Selbstsicherheit gewinnen. Älteren Kindern wird auch der praktische Zweck einer Übung bewusst, und sie werden für die Gemeinschaft, also für andere tätig.

 

Dies wird erreicht durch:

  • Botengänge (Kinder dürfen mal alleine etwas in
    eine andere Gruppe bringen) Lebenspraktisch2
  • Aus- und Anziehen 
  • Gespräche - Rollenspiele (z. B. Umgangsformen)
  • Spiele, Tischspiele (z. B. Regeln)
  • Bilderbücher (z. B. Thema Zahnarzt)
  • Nahrungszubereitung, Kochen (der Umgang mit dem Messer und anderen Haushaltsgeräten wird geübt, Handhabung von Lebensmitteln, Gefahren in der Küche besprochen usw.). Dabei wird auf saubere Hände und einen sauberen Arbeitsplatz geachtet. Die Kinder dürfen selbst entscheiden, was und wie viel sie essen möchten.
  • Thema „gesunde Ernährung“ (Projektwoche)
  • Anbau von Obst, Gemüse und Blumen (die Kinder dürfen selbst Hand anlegen, da jede Gruppe ein eigenes Beet im Garten hat)
  • Umweltschutz (z. B. Mülltrennung im Kindergarten)
  • selbständiger Umgang mit Werkzeugen im Werkraum
  • Zahnarztbesuch (die Zahnärztin besucht uns jährlich und bespricht mit den Kindern die Zahnhygiene)
  • Größere Kinder werden dazu animiert, den Kleineren bei bestimmten Tätigkeiten zu helfen (z. B. beim Anziehen, bei einem Puzzle usw.)
  • Geburtstagsfeiern, Osterfeier, Weihnachten………

5.2.5 Starke Kinder


Bewegung, Rhythmik, Tanz und Sport

 

Kinder sollen ausgiebig ihre motorischen Fähigkeiten erproben und ihre Geschicklichkeit im Rahmen eines ausreichenden und zweckmäßigen Bewegungsfreiraums entwickeln können.

 


Durch Bewegung lernen die Kinder eine Menge über ihre Umwelt, über sich selbst, über andere; sie lernen ihre Fähigkeiten und Möglichkeiten kennen und Risiken realistisch einschätzen; sie steigern ihre Unabhängigkeit, gewinnen Selbstvertrauen und lernen, mit anderen zu kommunizieren.

Schritt für Schritt ins Leben, dauernd in Bewegung, so könnte man den Lebensweg eines Kindes auch beschreiben. Laufen, hüpfen, herumtollen –sind Momente eines Kindergartenalltages. Die Lust an der Bewegung herrscht vor, von Mühe und Last noch keine Spur. Es ist schön schnell zu laufen, sich zu drehen, zu rutschen oder zu gleiten und der Wind daherzurasen.

Noch aufregender ist es, mit der Schaukel oder der Wippe den sicheren Stand aufzugeben und die Erde zu verlassen; durch die Luft fliegen oder fallen, empor geschleudert werden oder herab zu stürzen. Wo ist oben und unten? Die Welt saust schwindelerregend vorbei. Der Atem stockt. Im Bauch beginnt es zu kribbeln und zu prickeln. In Sekundenschnelle – viel zu schnell- ist alles vorbei.

Weil es so schön war, machen sie es noch einmal und noch einmal – als ob sie nicht genug davon kriegen könnten. Die Freude spiegelt sich in den Gesichtern der Kinder. Kinder müssen sich bewegen, weil sie einen unstillbaren Bewegungsdrang besitzen, weil sie Erfahrungen suchen, Abwechslung und Abenteuer. Kinder füllen in ihrem ungebrochenen Bewegungsdrang die ödesten Flecken mit Leben und finden auch in der beengtesten Umwelt noch Möglichkeiten sich zu bewegen. Kinderwelt ist Bewegungswelt.


Zur Grobmotorik gehören:
  • Turnen
  • verschiedene Tänze
  • Rhythmik
  • Bewegungs- und Kreisspiele
  • Fingerspiele
  • Spaziergänge
  • viel Aufenthalt im Freien
  • Spielen im Garten
  • verschiedene Ballspiele
  • Roller-, Dreirad- und Radfahren
  • verschiedene Partnerübungen
 
Zur Feinmotorik gehören:
  • malen, falten, schneiden, kleben, knüllen, reißen, flechten usw.
  • richtige Stifthaltung, verschiedene Arbeitsblätter, Mandalas usw.
  • werken, Umgang mit Knete und anderen Materialien
  • Tischspiele aller Art
  • Puzzle machen
  • Bauen mit verschiedenen Materialien
  • Ballspiele, Massagespiele
  • Puppen aus- und anziehen, sich selbst aus- und anziehen
  • Schleifen binden, verschiedene Verschlüsse öffnen und schließen
  • Hände waschen, Nase putzen
  • Teig kneten, Plätzchen ausstechen
  • Obst und Gemüse schneiden
  • Tisch decken, abspülen, abtrocknen, Getränke einschenken