4.1.2 Individuelle Unterschiede der Kinder als Bereicherung – Integration

Seit September 2009 ist die Bärengruppe in unserem Haus eine integrative Gruppe für die Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren. Bis zu fünf Kinder in der Gruppe haben einen erhöhten heilpädagogischen Förderbedarf, der u. a. durch eine gezielte fachpädagogische Therapie und heilpädagogische Übungsbehandlung begleitet wird, damit diese Kinder trotz Einschränkungen bestmöglich am Alltag teilhaben können.

 

Wer hat Anspruch auf sonderpädagogische Förderung?

Kinder, die auf Grund ihrer

  • körperlichen
  • emotionalen
  • sozialen

kognitiven Entwicklung sonderpädagogischer Hilfe bedürfen.

 

Das Ziel unserer Gruppe ist die Gestaltung des Gruppenalltags, der es allen Kinder ermöglicht, mit ihren Stärken und Schwächen respektiert und unterstützt zu werden. Wir geben den Kindern den Rahmen und die Möglichkeit, gegenseitig voneinander „abzuschauen“, sich zu tolerieren und in ihrer Entwicklung voneinander zu profitieren. Demzufolge gestalten wir die sozialen Lernprozesse so, dass Kinder mit Förderbedarf nicht diskriminiert und folglich isoliert, sondern gesellschaftlich integriert werden. Die Kinder ohne sonderpädagogischen Förderbedarf lernen ein auffälliges Kind zu akzeptieren. Dies sollte allgemein zur Toleranz im Umgang mit behinderten, kranken und verhaltensauffälligen Kindern führen und somit zum Aufbau einer integrierenden Gesellschaft. Aufgrund unserer räumlichen Bedingungen können wir innerhalb der Einrichtung keine Kinder im Rollstuhl transportieren. Diese Thematik muss im Vorfeld mit der Kindergartenleitung besprochen werden.

Ein positiver Aspekt der Integration ist das Imitationslernen in der Gruppe, welches dem Integrationskind die Möglichkeit bietet, soziale Kompetenzen zu erlernen. Das pädagogische Personal versteht sich als Begleiter des Integrationskindes in seinem individuellen Entwicklungs- und Lernprozess.

Zudem werden diese Kinder einmal wöchentlich von unserem Fachdienst, einer Sozialpädagogin und Lerntherapeutin, im Gruppenalltag begleitet oder in der Einzelsituation gefördert. Diese tauscht sich auch reglemäßig mit der Gruppenleitung aus. Mindestens einmal im Jahr findet zudem der Austausch mit allen an der Förderung des Kindes beteiligten Personen in der großen Runde statt. Ganz wichtig sind uns außerdem die rgelmäßigen Elterngespräche pro Quartal.

Wir sind froh, dass wir diesen Kindern, die unsere Einrichtung als Regelkinder nicht besuchen könnten, die Möglichkeit geben können am Wohnort betreut zu werden. So werden sie nicht aus ihrem sozialen Umfeld herausgerissen und können Kontakte schließen, die ihnen auch im Privatleben Stütze und Halt sein werden. Die anderen Kinder lernen, mit Kindern, die der Hilfe und Sonderbetreuung in ihrem noch jungen Leben bedürfen, umzugehen und sind mit ihrer Unterstützung direkt am Integrationsprozess beteiligt.